Hunger in der Welt – Die 3D-Lösung

„Das geht doch gar nicht!“ – „Was für ein Schwachsinn!“ würden einige sagen. Und es klingt tatsächlich unglaublich: Die Möglichkeiten von 3D-Druckern beflügeln derzeit die Phantasie vieler Erfinder. Bisher werden die Geräte vor allem in der Architektur und Industrie eingesetzt, um Prototypen von neuen Produkten zu erstellen. Die grundlegende Funktion ist dabei immer gleich. Die Materialien werden pulverisiert – egal ob Metall, Kunststoff oder Holz – und darauf mit Hilfe von Lasern und/oder Klebstoff wieder zusammengesetzt.

Die NASA hat einen 12-Monate-Vertrag mit dem Unternehmen Systems & Materials Research Corporation unterzeichnet. 150.000 $ investiert die Weltraumagentur, um die Entwicklung eines 3D-Druckers, der aus Pulver genießbare Mahlzeiten macht, Realität werden zu lassen. Am Ende sollen nicht nur Speisen für Weltraumreisende gedruckt werden, sondern mit der Erfindung will man nichts Geringeres als den Hunger auf der Erde bekämpfen.

7 Milliarden Menschen sind schwer mit Nahrung effektiv zu versorgen. Sollten eines Tages mehr Menschen die Erde bevölkern muss man andere Möglichkeiten finden Nahrungsmittel herzustellen. 3D-Drucker sind hier die Lösung. Aus Proteinpulver können dann neue Speisen gedruckt werden. Das Ziel ist, alle Kohlenhydrate, Proteine sowie Makro- und Mikro-Nährstoffe in Pulverform bereit zu stellen. Man entzieht ihnen die Feuchtigkeit wodurch die Inhaltstoffe 30 Jahre genießbar werden.

Zum Beispiel will die Firma Contractor den Speisen-Drucker als Open Source anbieten. Demnächst soll sogar mit dem Bau eines Pizza-Druckers begonnen werden, um die Anwendungsmöglichkeiten demonstrativ unter Beweis zu stellen. Momentan kann der 3D-Drucker schon Teig auftragen und backen und gleichzeitig den Belag verfeinern. Die in Pulver Form vorhandenen Tomaten werden beim Druckvorgang mit Öl und Wasser vermischt. Das Schnitzel der Zukunft könnte ebenfalls aus dem Drucker kommen, da auch hier die Inhaltsstoffe nur in Pulverform vorliegen müssen.

Trotz der vielen Vorteile die der 3D-Druck mit sich bringt, gibt es auch kritische Stimmen besonders aus der Politik, welche zur Vorsicht aufrufen. Laut SPD „sei Aufgabe von Wissenschaft und Forschung, die Debatte über die Einsatzgebiete und Folgen des Einsatzes von 3D-Druckern frühzeitig und fundiert zu begleiten“. So haben 3D-Drucker das Potential für den Beginn einer dritten industriellen Revolution. Der private Gebrauch und eine dadurch bestehende Gefährdung des Urheberrechts ist ebenfalls Gegenstand vieler Diskussionen. So besteht momentan noch Unklarheit darüber, inwieweit die Rechte von Rechtsinhaber effektiv geschützt werden können. Ebenso stellt sich die Frage, ob eine Durchsetzung der bislang existenten Patentrechte überhaupt noch möglich ist, oder ob ein neues System von Nöten sein könnte.
Die Schattenseite des 3D-Drucks, im Gegensatz zu der Perspektive der Hungerbekämpfung, ist auch die mangelnde Lizenzkontrolle, die durch massiven Gebrauch von 3D-Druckern in Haushalten auftreten wird. Schon jetzt ist ein einfach gebauter 3D-Drucker mit der dazugehörigen PC-Software für einen erschwinglichen Preis von zwischen 1000 und 3000 Euro zu ergattern.